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Resilienz im Team: Warum ein „Regenschirm“ nicht reicht

vor 1 Tag
5 Min. Lesezeit
Traurige Frau im gelben Regenmantel hält einen transparenten Schirm mit pinken Rändern vor hellem Hintergrund.
Resilienz schützt dich im stressige Arbeitsalltag nicht vor allem.

Hand aufs Herz: Kannst du das Wort „Resilienz“ noch hören? In den letzten Jahren wurde es fast inflationär gebraucht. Oft schwingt dabei die Erwartung mit, man müsse einfach alles „weglächeln“ oder sich einen dicken Panzer zulegen, an dem jeder Stress abperlt.




Einleitung

Im Podcast „Weiter wachsen als Kita Fachkraft“ bei Lea Wedwart und Daniela Cock war ich zu Gast und durfte mit einem weit verbreiteten Mythos aufräumen: Resilienz ist kein Schutzschirm, der alles abhält. Es ist die Kraft, nach einem Sturm wieder aufzustehen.

Als Trainerin für Konfliktmanagement und Resilienz in pädagogischen Einrichtungen erlebe ich täglich, dass genau diese Fähigkeit darüber entscheidet, ob ein Team am Fachkräftemangel zerbricht oder enger zusammenwächst.



Themen im Artikel:




Resilienz ist wie ein Muskel


Ein wichtiger Punkt, den ich im Gespräch betont habe: Resilienz wird erst in der Krise sichtbar, aber sie wird vorher aufgebaut. Wer erst anfängt zu trainieren, wenn die Hütte brennt, hat meist keine Kraft mehr für neue Tools. 👉 Wenn du als Führungskraft deine persönliche Resilienz stärken möchtest, dann klick hier.

Das tolle an der Resilienz ist: Sie ist trainierbar. Wir können unsere Stressfähigkeit erweitern und Strategien entwickeln, wie wir mit Belastungen umgehen. Das habe ich selbst schmerzhaft erfahren, als ich im März 2020, mitten in meiner eigenen Resilienz-Ausbildung, zeitgleich mit dem Lockdown und dem Tod meiner Mutter konfrontiert wurde. Die Tools aus der Ausbildung waren mein Anker.


Wie gelingt es, als Kita-Team gemeinsam durch herausfordernde Zeiten zu gehen? Erfahre im YouTube Video, warum Teamresilienz mehr ist als individuelle Belastbarkeit ist.

Die 8 Säulen der Resilienz: Was macht uns krisenfest?


Im Interview haben wir uns das LOOVANZ Konzept ergänzt durch Hettenkofer angeschaut. Ein Team ist nicht automatisch resilient, nur weil die einzelnen Fachkräfte es sind. Wenn zehn lösungsorientierte Menschen alle ihre eigene Lösung wollen, entsteht Chaos. Echte Team-Resilienz braucht diese Säulen:

  1. Optimismus: Die Zuversicht, dass wir einen Weg finden.

  2. Akzeptanz: „Et kütt wie et kütt“ – Annehmen, was wir gerade nicht ändern können.

  3. Lösungsorientierung: Fokus auf das Machbare.

  4. Opferrolle verlassen: Raus aus dem Jammern, rein ins Handeln.

  5. Verantwortung: Jeder übernimmt seinen Teil für das Klima.

  6. Netzwerk: Wir stützen uns gegenseitig, auch über die Gruppen hinaus.

  7. Zukunftsplanung: Wo wollen wir gemeinsam hin? Was ist unser Ziel?

  8. Selbstwirksamkeit: Das Wissen: „Wir können etwas bewegen.“

👉 Lies hier weiter: Teamresilienz entwickeln

Meine Quick-Tools für euren Kita-Alltag


Im Podcast haben wir über ganz konkrete Methoden gesprochen, die ihr direkt in der nächsten Teamsitzung ausprobieren könnt:

  • Das Energiefass: Stellt euch euer Team als ein Fass vor. Wo sind die Löcher, aus denen Energie abfließt? Und wo sind die Zapfhähne, die uns wieder füllen?

  • Love it, Change it or Leave it: Bei jedem Ärgernis gibt es nur diese drei Optionen. Wenn „Change“ nicht geht und „Leave“ keine Option ist, bleibt nur das aktive Akzeptieren („Love it“), um nicht in der Opferrolle zu verharren.

  • Die SAG-ES-Methode: Konfliktklärung leicht gemacht. Beschreibe die Situation sachlich, nenne die Auswirkung, zeige dein Gefühl, Erfrage die Sicht des anderen und ziehe eine Schlussfolgerung/Bitte.

  • Glücksmomente teilen: Nutzt die ersten 5 Minuten der Teamsitzung für positive Erlebnisse. Das konditioniert unser Gehirn darauf, wieder die Stärken und Erfolge zu sehen, statt nur den Mangel.



Ein Wort an die Leitungen: Führung ist Kommunikation


Wir haben im Podcast auch intensiv über die Rolle der Führungskraft gesprochen. Ein resilientes Team braucht eine Leitung, die Präsenz zeigt, Fehlerkultur vorlebt und den Sinn der Arbeit immer wieder betont. Kommunikation ist das A und O. Wer nur Dienstpläne schreibt, managt zwar, aber er führt nicht.



Fazit: Es lohnt sich!


Prävention kostet Zeit und Geld, aber Konflikte und Fluktuation kosten ein Vielfaches. Ein resilientes Team arbeitet zufriedener, bleibt gesünder und, was am wichtigsten ist, bietet den Kindern einen stabilen, sicheren Ort zum Wachsen. Teamresilienz stärken starte mit klaren Gesprächen Ein resilientes Kita-Team braucht nicht nur gute Tools, sondern auch den Mut, Spannungen frühzeitig anzusprechen. Der kostenlose Spickzettel „Der Elefant im Raum" gibt dir genau das an die Hand: 5 erprobte Sätze für heikle Themen, einen Team-Barometer-Test und ein 3-Minuten-Audio-Quickie für schwierige Gespräche.


FAQ: Resilienz in der Kita


Resilienz ist kein undurchdringlicher Schutzschild gegen Stress, sondern die Fähigkeit, nach Belastungen wieder handlungsfähig zu werden. Im Kita-Kontext entscheidet diese Kraft oft darüber, ob ein Team am Fachkräftemangel zerbricht oder enger zusammenwächst.

Ein Team ist nicht automatisch resilient, nur weil die einzelnen Mitarbeitenden es sind. Echte Team-Resilienz braucht gemeinsame Haltungen wie Optimismus, Lösungsorientierung und gegenseitige Unterstützung, sonst entsteht Chaos, wenn alle ihre eigene Lösung verfolgen.

Die 8 Säulen nach LOOVANZ (ergänzt um Hettenkofer) sind: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Opferrolle verlassen, Verantwortung, Netzwerk, Zukunftsplanung und Selbstwirksamkeit. Zusammen bilden sie das Fundament für ein stabiles, handlungsfähiges Team.

Ja. Prävention kostet Zeit und Geld, aber Konflikte, Fluktuation und krankheitsbedingte Ausfälle kosten ein Vielfaches. Ein resilientes Team arbeitet zufriedener, bleibt gesünder und bietet Kindern einen stabilen, sicheren Ort.

Resilienz entsteht nicht durch große Veränderungen, sondern durch kleine, regelmäßige Impulse. Starte mit einem der Quick-Tools aus dem Artikel – z. B. „Glücksmomente teilen" in den ersten 5 Minuten der Teamsitzung oder das „Energiefass", um Energielecks zu identifizieren.

Wenn Spannungen im Team spürbar sind, hilft der kostenlose Spickzettel „Der Elefant im Raum": Er liefert dir 5 erprobte Sätze, mit denen du heikle Themen sicher ansprichst, plus Team-Barometer und 3-Minuten-Audio-Quickie für schwierige Gespräche. So wird Resilienz im Alltag greifbar, ohne zusätzlichen Zeitaufwand.


Du willst die ganze Folge hören? Schau vorbei bei der Pädiko Akademie unter dem Titel „Weiter wachsen als Kita Fachkraft“. Dort erfährst du auch mehr über meine Arbeit und die verschiedenen Konzepte zur Teamstärkung.

Meine Buchempfehlungen aus der Folge:

*Die Bücher sind Affiliate Links, d.h. ich bekomme eine kleine Provision, du zahlst aber nichts mehr. Ich empfehle diese Bücher aber von Herzen.



Martina Kohrn Konflikttrainerin Wilhelmshaven

Hi, ich bin Martina Kohrn -

Konflikt- und Resilienztrainerin


für Fach- und Führungskräfte aus Jugendhilfe, Kita und Pflege.


Hier in diesem Blog gibt es Methoden, Wissen und Impulse rund um Lösungen bei Konflikten und Stress.‌





Meine Angebote



Wenn du tiefer einsteigen willst, gibt es verschiedene Wege:


1 – Du willst den Elefanten im Raum besser erkennen Dann hol dir meinen Einstieg zu Teamkonflikten und Teamresilienz. Wenn du merkst, dass im Team etwas kippt, aber noch nicht greifen kannst, was genau los ist, hilft dir das beim Hinschauen und Ansprechen. 👉 Spickzettel


2 – Du willst es gleich praktizieren

Dann ist der SOLVE-Workshop genau richtig. In 90 Minuten lernst du mit anderen Führungskräfte, Trainer*innen und Coaches, wie du Konflikte sicher moderierst. Live & sofort anwendbar.


3 – Du willst dranbleiben und regelmäßig Impulse bekommen

Dann komm in die Community.

Dort bekommst du Austausch, neue Gedanken, praktische Anregungen und Unterstützung, damit du im Alltag mit Konflikten nicht wieder allein dastehst.



Konflikte kosten Kraft. Ja.

Aber das, was unausgesprochen bleibt, kostet oft noch mehr.

Mehr Energie. Mehr Nerven. Mehr Vertrauen.

Und besser wird es meistens nicht, nur weil alle hoffen, dass es sich von allein beruhigt.

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