top of page

5 Dinge, die ich vor jeder Teammoderation für mehr Ruhe, Klarheit und Handlungsfähigkeit tue

Dicke Luft im Team und du sollst moderieren? So bereitest du dich innerlich vor, damit du souverän durch jeden Konfliktprozess gehst. Ohne schlaflose Nächte.


Konflikte moderieren ohne Druck: 5 Dinge, die ich vor jeder Teammoderation tue
Konflikte moderieren ohne Druck: 5 Dinge, die ich vor jeder Teammoderation tue

Einleitung

Du liegst abends im Bett und malst dir aus, was morgen alles schiefgehen könnte. Ob die Leute überhaupt reden werden. Ob du den Konflikt schlimmer machst, anstatt ihn zu lösen. Und irgendwo im Hinterkopf flüstert eine Stimme: Ich bin doch die, die das hier lösen muss.


Kennst du das? Ich kenne es. Und ich höre es immer wieder in meinen Seminaren.


Genau deshalb teile ich hier die fünf Dinge, die ich heute noch vor jeder Konfliktmoderation tue. Nicht als theoretisches Modell, sondern als gelebte Praxis, die mir wirklich hilft, runterzukommen und klar in den Raum zu gehen.



Themen im Artikel:




Konfliktmoderation beginnt, bevor du in den Raum gehst


Konfliktmoderation bedeutet, als neutrale Person einen strukturierten Prozess zu begleiten, in dem ein Team seine Spannungen, Missverständnisse oder festgefahrenen Muster offen ansprechen und gemeinsam bearbeiten kann. Du bringst keine Lösung mit in den Raum, du schaffst den Rahmen, in dem eine Lösung entstehen kann.


Klingt klar. Und trotzdem: Wer das zum ersten Mal macht oder auch zum zehnten Mal in ein schwieriges Team geht, kennt dieses Gefühl am Vorabend. Die Fragen, die nicht aufhören.


Ob du genug Erfahrung hast. Ob du nicht versehentlich alles schlimmer machst. Was ich dir sagen kann: Dieses Gefühl verschwindet nicht einfach mit mehr Berufsjahren. Aber es lässt sich trainieren. Und der entscheidende Moment passiert nicht im Raum, sondern vorher.


Du möchtest lieber zuhören und nicht lesen? Dann hüpf rüber zum YouTube Video: 5 Dinge, die ich vor jeder Teammoderation tue


1. Innere Ordnung schaffen bevor es losgeht


Meine allererste Konfliktmoderation war ein Lehrstück in Hektik. Ich habe zu schnell geatmet, zu schnell geredet und mir eingebildet, dass am Ende ein tolles Ergebnis aus mir herausfließen muss. Das Ergebnis: pure Anspannung auf allen Seiten.


Mein persönliches Ritual vor dem Start


Seitdem mache ich drei Dinge, bevor ich irgendeinen Seminar- oder Konferenzraum betrete:


Atemcheck. Bewusstes, tiefes Einatmen in den Bauch. Klingt banal, wirkt aber direkt auf das Nervensystem. Weg vom Fluchtreflex, hin zu Handlungsfähigkeit.


Trigger-Scan. Ich frage mich: Gibt es in diesem Raum eine Person, ein Argument oder ein Thema, das mich persönlich auf die Palme bringen könnte? Was ich kenne, kann mich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Was ich nicht antizipiert habe, macht mich reaktiv.


Verantwortung trennen. Meine Aufgabe ist es, zu moderieren, nicht, das Ergebnis zu liefern. Das klingt simpel, nimmt aber einen enormen Druck. Wenn Konflikte im Team eskalieren, suchen alle instinktiv nach einer rettenden Figur. Als Moderatorin bin ich nicht die Retterin. Ich bin die Prozessverantwortliche.



2. Akzeptieren: Konfliktmoderation ist kein Wellness-Tag


Das klingt ernüchternd und ist trotzdem befreiend.


Wenn ich wirklich entspannen will, gehe ich in die Sauna. Eine Konfliktmoderation ist anstrengend. Für mich. Für das Team. Für alle Beteiligten.


Und das sage ich nicht nur mir selbst, sondern auch dem Team zu Beginn: Es ist völlig normal, wenn ihr heute Abend müde seid. Konfliktmoderationen fordern uns, weil wir aufmerksam zuhören, weil Anspannung abfällt, weil echte Klärung Energie kostet.


Dieser Satz verändert etwas im Raum. Er nimmt die stille Erwartung weg, dass wir da mal eben locker durchspazieren. Er legitimiert das Unbehagen. Damit schafft er paradoxerweise Erleichterung, noch bevor der erste schwierige Moment eintritt. Das ist Teamresilienz stärken auf einer sehr praktischen Ebene: nicht durch Durchhalteparolen, sondern durch ehrliche Vorbereitung auf das, was kommen wird.



3. Rollenklarheit: Du bist weder Detektiv noch Schiedsrichter


Einer der häufigsten Fehler beim Konfliktmanagement im Team, und ich spreche aus eigener Erfahrung: Man will herausfinden, wer Recht hat.


Ich habe lange als Familienhilfe mit hochstrittigen Elternteilen gearbeitet. Ich bin zu Elternteil A gegangen – überzeugende Geschichte. Dann zu Elternteil B – völlig andere, genauso überzeugende Geschichte. Irgendwann ist mir wirklich angekommen, was ich vorher nur kognitiv wusste: Es gibt nicht die eine Wahrheit.


Und das verändert die eigene Rolle grundlegend.


Als Moderatorin bin ich nicht:

  • Detektiv (Was ist wirklich passiert?)

  • Schiedsrichter (Wer hat Recht, wer Unrecht?)

  • Polizist (Wer hält sich an die Regeln, wer nicht?)


Meine Aufgabe ist Allparteilichkeit. Das bedeutet allen Perspektiven gleichermaßen Raum geben, ohne selbst Stellung zu beziehen. Wer diese Rollentrennung verinnerlicht hat, geht mit deutlich weniger Spannung in die Moderation. Nicht weil Teamkonflikte lösen plötzlich leicht wird, sondern weil der innere Kampf aufhört, der falsche Maßstab zu sein.



4. Hinter jedem Verhalten steckt ein Bedürfnis – die entscheidende Haltung


Stell dir vor: Ein Mitarbeiter reagiert pampig auf die Kritik eines Kollegen. Er blockt ab, zieht sich zurück, wirkt trotzig. Die vereinbarte Spielregel lautet: respektvoller Umgang. Und hier liegt die Versuchung auf die Regel zu verweisen.


Ich tue das nicht mehr. Zumindest nicht als erste Reaktion.


Denn hinter dem Rückzug steckt fast immer ein Bedürfnis: nach Sicherheit, nach Wertschätzung, nach Schutz des eigenen Selbstwerts. Die Aggression oder der Trotz sind kein Ausdruck von Bockigkeit, sie sind eine ganz normale Schutzreaktion eines Menschen, der sich in die Enge gedrängt fühlt.


Wenn ich mit dieser Haltung in die Moderation gehe, hinter allem steckt ein Bedürfnis, verändert sich mein gesamter Blick auf das Geschehen. Ich suche nicht mehr nach dem Regelverstoß, sondern nach dem unerfüllten Bedürfnis dahinter. Das macht die Moderation friedlicher. Und es macht mich als Moderatorin ruhiger, weil ich nicht mehr in einer Wächterrolle feststecke.


Das ist auch das Fundament von Teamresilienz: Teams, in denen Bedürfnisse gesehen werden, sind langfristig belastbarer als Teams, die nur auf Konfliktvermeidung ausgerichtet sind.



5. Eine bewusste Entscheidung: Klarheit statt Harmonie


Der letzte Punkt ist vielleicht der, der am meisten verändert hat, wie ich in Moderationen gehe.


Harmonie klingt schön. Ich mag Harmonie. Aber Harmonie als Ziel einer Konfliktmoderation führt dazu, dass die eigentlichen Themen nicht ausgesprochen werden. Dass alle nett miteinander sind und nichts sich wirklich verändert.


Deshalb habe ich für mich eine klare Entscheidung getroffen: Mein Ziel ist Klarheit, nicht Harmonie.


Das bedeutet: Ich traue mich, unbequeme Fragen zu stellen. Ich lasse Momente zu, in denen es nicht harmonisch ist. Ich halte den Prozess aufrecht, auch wenn es anstrengend wird. Denn erst wenn wir wirklich durch den Konflikt hindurchgehen, nicht darum herum, entsteht echte Klarheit. Und Klarheit ist das, was Teamkonflikte lösen überhaupt erst ermöglicht.



Deine nächste Konfliktmoderation steht an und du willst diesmal wirklich vorbereitet sein?


Nicht nur mit Methoden und Moderationskarten. Sondern innerlich. Du willst nicht wieder in diesen Modus rutschen, in dem du versuchst, alles gleichzeitig im Blick zu behalten, jeden zufrieden zu stellen und dabei irgendwie den roten Faden zu halten. Du willst ruhig bleiben, wenn es hitzig wird. Klar bleiben, wenn alle durcheinanderreden. Und du willst danach das Gefühl haben, dass du wirklich etwas bewegt hast.


Das ist kein hoher Anspruch. Das ist einfach gute Vorbereitung.


In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch bereiten wir genau das vor. Wir schauen uns deine konkrete Situation an, besprechen die Dynamiken in deinem Team und erarbeiten gemeinsam, mit welcher Haltung und welcher Struktur du in deine nächste Moderation gehst. Du bekommst von mir eine klare Einschätzung und konkrete Schritte, abgestimmt auf das, was bei dir gerade ansteht.


Damit du nicht wieder abends wach liegst und dir ausmalst, was alles schiefgehen könnte. Sondern weißt, was du tust.


Fazit: Souveränität entsteht vor dem Raum


Was all diese fünf Punkte gemeinsam haben: Sie passieren, bevor ich die Türklinke drücke.

Souveräner Umgang mit Konflikten moderieren ist keine Frage des Talents und auch nicht nur eine Frage der Erfahrung. Es ist eine Frage der Vorbereitung auf der inneren Ebene. Welche Gedanken begleiten mich? Welche Rolle nehme ich ein? Welches Ziel verfolge ich wirklich?


Wenn du das Team entwickeln willst, wenn dicke Luft herrscht und du nicht weißt, wie du den richtigen Hebel findest, ohne dass die Fronten sich verhärten, dann lass uns darüber sprechen.



Meine Angebote rund um Teamresilienz:

Seminare für Teams

Konfliktstark (immer wieder Methoden, Übungen und Materialien)

SOLVE (Teams entwickeln und stärken in 8 Modulen)



Martina Kohrn Konflikttrainerin

Hi, ich bin Martina Kohrn -

Konflikt- und Resilienztrainerin


für Fach- und Führungskräfte aus Jugendhilfe, Kita und Pflege.


Hier in diesem Blog gibt es Methoden, Wissen und Impulse rund um Lösungen bei Konflikten und Stress.‌



Wenn du tiefer einsteigen willst, gibt es verschiedene Wege:


1 – Du willst den Elefanten im Raum besser erkennen

Dann hol dir meinen Einstieg rund um Teamkonflikte und Teamresilienz. Wenn du oft merkst, dass etwas im Team nicht stimmt, aber noch nicht richtig greifen kannst, was da eigentlich los ist, hilft dir das, genauer hinzuschauen und vor allen Dingen: anzusprechen.


2 – Du brauchst eine Aussenperspektive

Wenn du mitten in einer konkreten Teamsituation steckst und allein nur noch im Kreis denkst, kann ein Blick von außen den Unterschied machen.Ich schaue mit dir auf die Dynamik, sortiere mit dir, was gerade wirklich los ist, und helfe dir dabei, klarer zu sehen, wo du ansetzen kannst.


3 – Eingreifen oder nicht eingreifen?

Genau das ist die Frage, die sich Trainer*innen, Coaches und Führungskräfte stellen. Ist es jetzt soweit, dass meine Unterstützung benötigt wird? Oder kriegen die das alleine hin. Mit Entscheidungsbaum, Anzeichen, an denen du Konflikte erkennst und vielen weiteren Hilfsmitteln.


4 – Du möchtest Konflikte richtig gut moderieren lernen

Wenn du Konflikte nicht länger nur irgendwie begleiten, aushalten oder beruhigen willst, sondern sie klar, sicher und professionell moderieren lernen möchtest, dann gehen wir das fundierter an, mit SOLVE - dem Konfliktlösungsprogramm.


Konflikte kosten Kraft. Ja.

Aber das, was unausgesprochen bleibt, kostet oft noch mehr.

Mehr Energie. Mehr Nerven. Mehr Vertrauen.

Und besser wird es meistens nicht, nur weil alle hoffen, dass es sich von allein beruhigt.


Kommentare


Sind wir schon vernetzt?

Am Medembogen 30
21763 Neuenkirchen

(+49) 0157 86250371

  • Instagram
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Youtube
bottom of page